Chestnut Rainbow

Ältere Hunde aus dem Tierschutz haben die Pubertät schon hinter sich, stubenrein, meist schon gut erzogen und oft unendlich weise (Liane Rauch)

Das erste Bild, ziemlich verschreckt
Das erste Bild, ziemlich verschreckt

Geboren am 01.10.2004 in Ostfriesland, von mir aus der Collie in Not-Villa am 30.06.2009 nach Bayern "verschleppt"

 

Lange musste ich auf meinen Sheltie warten, monatelang und dann war er da. Just in der Woche in der ich mit Birgit und Ina auf einen "Arbeitseinsatz" bei Collie in Not war, kam er bei Margit und Klaus an. Mein Herz hat er sofort gebrochen. Doch war ich noch am abwägen, sollte ja ein "neuer" Agility-Turnier-Hund bei mir einziehen. Chestnut konnte aber so überhaupt nichts. Er wurde bisher als reiner Gesellschafts- und Schoßhund gehalten, von Förderung keine Spur. Anfänglich zeigte er sich sehr sehr schüchtern, wich mir aus und war misstrauisch abwartend. Doch scheint er eindeutig wieder ein "Schicksalshund" zu sein. Schon am zweiten Tag unserer gegenseitigen Annäherung saß er nach schmackhafter "Bestechung" auf meinem Schoß.

Chestnut's Rainbow
Chestnut's Rainbow

Wie Metchley Wonder ist auch Chestnut Rainbow nach einem seiner berühmten Vorfahren benannt. "Rainbow", wie der Hund eigentlich hieß, war der Stammrüde im "Chestnut"-Zwinger.

Bild: Petra Zimmer
Bild: Petra Zimmer

Er ist was besonderes, etwas GANZ besonderes und das weiß er auch. Nasse Füße mag er gar nicht und Regenwetter ist absolut unter seiner Würde, Schmutz mag er nicht und wälzen kann er sich nur zu Hause auf der sauberen Couch. Trinkwasser muss immer frisch sein und Sachen die ein anderer Hund im Mund hatte sind "pfui" und ausserdem sind andere Hund sowieso nur "Fußvolk". Viel draußen war er früher nicht. Als er bei uns einzog entsprachen Kondition und Muskelaufbau eher einem 15jährigen denn einem 4jährigen Hund. Chestnut hatte keine Grunderziehung, es scheint ihm aber ein "Brav-Gen" angeboren zu sein. Er versteht sich hier mit allen Hunden, zeigt sich im Haus vorbildlich bis eingebildet.

 

Er konnte nicht spielen, hatte er nie gelernt oder irgendwann verlernt. Und er hatte Angst vor Menschen-Beinen. Ich denke mal er ist desöfteren getreten worden, absichtlich oder unabsichtlich sei nun mal dahingestellt.

Bild: Petra Zimmer
Bild: Petra Zimmer

Nach knapp drei Wochen lief er, dank bewährtem DogDance-Training, schon angstfrei durch meine Beine und geht einen schönen "Achter". Auch sein Meideverhalten vor sich bewegenden Menschen ist inzwischen völlig verschwunden. Besuch wird neugierig beäugt und nach ausgiebigem beschnüffeln wird er fast schon aufdringlich. Sein eindeutiger Lieblingsplatz ist noch immer der "Schoß mit Überblick" egal bei wem.

 

Und wie ihr links sehen könnt: Von der zurückhaltenen kleinen Schnecke ist nicht mehr viel übrig. Er hält inzwischen gut mit den "Großen" mit.

Sausen tut er gerne, aber nicht springen/Bild: Petra Zimmer
Sausen tut er gerne, aber nicht springen/Bild: Petra Zimmer

"...Seine Zukunft steht noch in den Sternen. ER soll mir sagen WORAUF ER LUST hat. Ob ich ihn nun wirklich im Agility führe oder ob er doch eher wieder ein Trickser und Tänzer wird, soll die Zeit entscheiden..." Das war mein erster Kommentar, damals, als er kam, der kleine Räuber.

 

Nach einem Agi-Probetraining mit Harry MacNelly haben ich beschlossen, Chestnut doch als Tanz- und Trickhund weiter auszubilden. Er klettert zwar mit großem Spaß über die A-Wand und flitzt durch Tunnel und läuft schön Slalom doch mit der "Hürden-Springerei" hat er es nicht so. Ich muss jetzt also doch noch etwas auf meinen nächsten Agi-Hund warten.

Arroganz die er sich leisten kann/Bild: Petra Zimmer
Arroganz die er sich leisten kann/Bild: Petra Zimmer

Er hat sich inzwischen bei der Trick und Tanzarbeit super entwickelt und es macht ihm sichtlich Spaß. Er beherrscht jetzt 35 Tricks und: ER KANN LACHEN!  Mit breitem Grinsen kommt er auf mich zu, wenn ich ihn lobe. Inzwischen hebt er mir heruntergefallene Dinge auf, sucht draußen meinen "verlorenen Handschuh" und bringt ihn mir auch wieder. Am liebsten Apportiert er aber eindeutig seinen Mini-Dummy und was mich am meisten freut: Er spielt damit mit mir

 

Fest steht: ER ist ein SCHATZ und er ist mit Abstand der arroganteste Hund, den ich jemals hatte. Wir sind über glücklich, das uns Margit und Klaus inzwischen zum vierten Mal einen ihrer Schützlinge anvertrauen. Vielen Dank euch beiden für euere Arbeit und vielen Dank, das ihr uns diesen kleinen Diamanten überlassen habt.

 

Chestnut Rainbow hat im Januar 2010 seinen "Dienst" im Pflegezentrum Leitmannstetter, Wasserburg am Inn, bei der Therapie von Demenzerkrankten angetreten. Er wird vor allem bei bettlägrigen Patienten eingesetzt.

Chestnut Rainbow hat am 1. April 2012 seinen Dienst im Senioren Wohnstift St. Konrad angetreten.